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2005 : Volksstimme (Presse)
am 25.04.2005 18:00 (3355 x gelesen)
2005

3. Chorfestival "Sine musica nulla vita"
vom 21.04.2005 – 24.04.2005


Elf Chöre aus vier Nationen beim Internationalen Chorfest


Wie sehr Musik Menschen miteinander verbindet, wurde in den letzten Tagen in Egeln und den umliegenden Gemeinden deutlich. Zum 3. Mal gab es hier das Internationale Chorfest. Über 200 Sängerinnen und Sänger aus drei Nationen trafen sich in der Bodestadt, um ihre Lieder vorzustellen und um miteinander zu singen. Höhepunkt war die Präsentation aller Chöre in der Aula des Egelner Gymnasiums am Sonnabendnachmittag.




Egeln. Es hätte wohl kein treffenderes Lied zum Auftakt gewählt werden können. Denn mit der Liedzeile "Ich will euch begrüßen", taten das die kleinen Sängerinnen und Sänger des Chores der Grundschule "Vier Jahreszeiten" Egeln. Unter der Leitung von Doris Schmidt eröffneten die Grundschüler die Präsentation aller teilnehmenden Chöre des 3. Internationalen Chorfestes am Sonnabendnachmittag in der Aula des Egelner Gymnasiums.

Drei Stunden lang konnte das Publikum ein musikalisches Feuerwerk erleben, das in den unterschiedlichsten Farben aufleuchtete. Spannung vom ersten bis zum letzten Takt

Vom ersten bis zum letzten Ton zogen die 200 Sängerinnen und Sänger die Zuschauer in ihren Bann und begeisterten auf ihre ganz spezifische Art des Gesanges und der Interpretation. Denn die Facetten waren so unterschiedlich, so dass nicht eine Minute verging, in der Langeweile aufkam.

Obwohl für die Präsentation in diesem Jahr erstmalig eine Form gewählt wurde, bei der sich die Zuschauer entscheiden konnten, welchen Chor sie hören wollten, blieb die Mehrheit der Gäste vom ersten bis zum letzten Takt in der Aula. Nach den Erfahrungen der letzten beiden Chorfeste in den Jahren 2001 und 2003 ließen die Organisatoren des Fördervereins „Sine musica nulla vita“ diese Präsentation in einer ganz lockeren Form ablaufen. So gab es einen fest geschriebenen Ablauf mit einen Zeitraum von jeweils 15 Minuten, in dem die Sängerinnen und Sänger ihre Lieder präsentieren konnten.

Mit dem Wechsel der Chöre, konnte dann jeder Zuschauer entscheiden, ob er bleiben wollte oder nicht. Wer zwischenzeitlich Appetit auf Kaffee und Kuchen verspürte, konnte sich in der Cafeteria stärken, in die sich der Musikraum der Schule verwandelt hatte. Auch von dort konnte in aller Ruhe das Geschehen auf den Chortreppen in der Aula über Livevideomitschnitt verfolgt werden. Spritzig, schwungvoll und fantasievoll

Direkt vor der Aula stand ein weiteres Fernsehgerät, denn wer es nicht schaffte zwischen den Chören in den Saal zu kommen, hatte während der Auftritte keine Möglichkeit mehr dazu. Diejenigen, die das Konzert von Anfang bis Ende verfolgten, erlebten damit auch eines der ungewöhnlichsten Chorkonzerte. Denn die Spezifik des Dargebotenen wechselte, wie die Chöre selbst.

Da ging es nach der spritzigen Eröffnung des Kinderchores der Grundschule, schwungvoll mit dem Kinderchor des Gymnasiums weiter. Die Sängerinnen und Sänger der fünften bis achten Klassen hatten das Publikum bereits mit ihrem Einstiegslied auf ihrer Seite. Mit „Alles muss klein beginnen“ von Gerhard Schöne animierten sie die Zuschauer zum Mitmachen und die ließen sich nicht lange Bitten.

Als erster der internationalen Gastchöre folgte dann der Schulchor „Gaudium“ des tschechischen Partnergymnasiums Svitavy. Geleitet wird der Chor von Vera Buresova. Sie ist in Egeln seit Jahren bekannt. Denn sie leitet ebenfalls den Jugendchor „Iuventus“ der seit Jahren mit dem Kammerchor „Young Voices“ verbunden ist. Begeisterten Beifall gab es vor allem für die Musicalmedley und seiner Interpretation durch den Chor Chöre spielten mit Vokalen und Texten

Zu den Überraschungen des Nachmittags gehörten unbestritten die beiden Chöre, die erstmalig in Egeln waren. „Sola La“ aus Jena, mit großer Musikalität und witzigen Showelementen sangen sie neu arrangierte Songs. Unter anderem „Always look on“ oder „Honey Pie“ von John Lennon und Paul McCartney.

Wahre Beifallsstürme erhielten die fünf Vokalakrobaten „Voices Only“ aus Magdeburg. Die fünf jungen Sänger, die im Magdeburger Knabenchor singen, gründeten sich in dieser Formation 2002. Am Sonnabend gaben sie mit ihren Liedern, die zum Teil selbst komponiert und alle selbst bearbeitet sind, eine witzige Songfolge, die nicht nur große Musikalität verriet. Ebenso spielten sie mit den Tönen und Vokalen und brillierten mit witzigen Texten und musikalischen Einfällen.

Der wunderschöne Gesang von „Ne shdali“ kam ganz sicher nicht „unerwartet“, wie ihr Name in der deutschen Übersetzung heißt. Denn die Sängerinnen und Sänger aus Murmansk waren bereits zum dritten Mal nach Egeln gekommen und in der letzten Woche bereits in Kirchenkonzerten in Etgersleben, Tarthun, Borne und in der katholischen Kirche Egeln zu erleben.

Keinesfalls hinter den Gästen zu verstecken brauchten sich die Egelner Chöre. Im Gegenteil überzeugten die Sängerinnen und Sänger des Gemischten Chores der Stadt unter der Leitung von Eckart Zeidler und Andrea Rokus mit ihrem Repertoire. Ebenso, wie der Gemischte Chor des Gymnasiums und der Egelner Kammerchor „Young Voices“, unter der künstlerischen Leitung von Dr. Ralf Schubert. Diese drei Chöre gestalteten bereits im Eröffnungskonzert des Chorfestes in der evangelischen Stadtkirche (Volksstimme berichtete). Chorfest endete gestern mit Matinee

Zu Ende ging das 3. Internationale Chorfest gestern Vormittag auf dem Egelner Marktplatz mit einer Matinee. Dabei sangen alle Chöre Lieder aus ihrem Repertoire und zum Schluss erhob sich der Gesang von über 200 Stimmen über den Egelner Marktplatz zum irischen Segenswunsch „Mögen sich die Wege“.

Dass sich die Choristen wiedersehnen wollen, steht für alle schon jetzt fest. Der Erfolg dieses 3. Chorfestes sollte Ansporn sein. Vor allem für die Organisatoren des Fördervereins „Sine musica nulla vita“. Sie hatten in den letzten Wochen bei den Vorbereitungen und auch bei der Durchführung des Chorfestes wahre organisatorische Meisterleistungen vollbracht.

Denn was für die Teilnehmer und weit über tausend Besucher der zwölf Konzerte in Egeln, Borne, Etgersleben, Tarthun, Westeregeln und Wolmirsleben so glatt über die Bühne ging, war doch mit vielen nervlichen Zerreißproben verbunden. Unter anderem hatte der angekündigte Chor aus Minsk in letzter Minute kein Einreisevisa bekommen.

Aber ganz nach dem Motto des Chorfestes „Sine musica nulla vita - Musik ist mein Leben“ gibt es im Computer von Dr. Ralf Schubert, dem künstlerischen Leiter des Chorfestes, bereits einen Order mit der Kennung. „4. Internationales Chorfest 2007“. In diesem Zusammenhang geht von den Organisatoren ein herzliches Dankeschön an die Sponsoren, die das Chorfest in diesem Jahr finanziell ermöglichten.

Von Kristina Hengstmann
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